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Baufinanzierungskrimi – Fall 2

von Die-Baufioptimierer Redaktion (Kommentare: 0)

Der ganz normale, alltägliche Baufinanzierungskrimi.

Ab sofort können Sie in regelmäßiger Folge in unserem Blog lesen, was einem passieren kann, wenn man vertrauensselig an der falschen Adresse landet. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Missstände und Ungereimtheiten zu Lasten der Kunden aufzudecken und zu regulieren.

Fall2: aufgedeckt am 09.07.2015.

Diesmal geht es um Bernd W. (Name aus Datenschutzgründen geändert) aus Sindelfingen. Er ist 53 Jahre alt und Industriemeister bei Mercedes-Benz.

Im Januar 2011 ging Bernd W. zur ortsansässigen KSK und beantragte dort eine Immobilienfinanzierung für ein Objekt im Wert von ca. 265.000 Euro. Seinem Wunsch kam man ohne großes Hin und Her mit einer Bausparfinanzierung und einem Annuitätendarlehen entgegen. Alles ganz normal, wie es schien.
Doch, wie so oft, steckt der Teufel im Detail.

Denn Bernd W. wurde eine Bausparfinanzierung mittels einer Zwischenfinanzierung von über 205.000 Euro zu einem Zinssatz von 3,6% und 4,1% verkauft. Dazu zwei Bausparverträge über 75.000 Euro und 130.000 Euro mit einem Guthaben-Zins von 0,5%.
Rechnet man den Effektivzins (Abschlusskosten des Bausparvertrags) dazu, kommt man auf eine Effektivzins von über 5% - schlecht für Bernd W., gut für die KSK. Sage da noch einer Bausparfinanzierung sei günstig.  

Auch das noch: das zusätzliche Annuitätendarlehen über 20.000 Euro mit einer monatlichen Belastung von 200 Euro konnte nicht mehr über die Bausparfinanzierung abgedeckt werden, da die Bausparkassen nur bis zu 80% des Objektwertes finanzieren. Aufgrund der hohen Tilgung wird Bernd W. dieses Darlehen erst im Jahr 2021 getilgt haben. Er bespart also einen Bausparvertrag über 75.000 Euro bis 2027 und einen über 130.000 Euro bis ins Jahr 2029 – ein Zeitpunkt, zudem Bernd W. sich schon zwei Jahre in Ruhestand befindet. Der absolute Knaller daran: dann erst beginnt die Rückzahlung seines Darlehens. Eigentlich sollte man da schon schuldenfrei in seinen eigenen vier Wänden
leben können.

Und weiter geht die Gruselstory: ab dem Jahr 2027/2029 muss Bernd W. monatlich 1.025 Euro für die Rückführung der zugeteilten Bausparverträge „berappen“ und das bis ins Jahr 2039/2041. Pünktlich zum 79igsten. Man glaubt es kaum.

Natürlich könnte ihm die Bausparkasse 2027 bzw. 2029 mit der Zuteilung seiner Bausparverträge noch einen Strich durch die Rechnung machen. Mit anderen Worten: er muss länger auf die Zuteilung warten und die Zwischenfinanzierung läuft „munter“ weiter.

Merke: Beim Bausparen handelt es sich um eine Solidargemeinschaft. Nehmen also sehr viele Baussparer ihren Vertrag für eine Umschuldung in Anspruch, kann das die Zuteilung für andere Bausparer verzögern.

Um die finanziellen Probleme von Bernd W. noch deutlicher zu machen: er muss zu allem noch drei Anschaffungskredite bei der KSK mit monatlich 673 Euro bedienen (Darlehenssumme 41.000 Euro bei einem Mischdarlehenszins von über 6%).
Eins dieser Darlehen hat die Bank nur mit einem weiteren Bausparvertrag über 50.000 Euro und einer Sparrate von 100 Euro genehmigt – und Bernd W. hätte sich immerhin, mit 72 Jahren auf dem Buckel, über die Zuteilung der Baussparvertrages freuen können. 100 Euro in die Tilgung zu stecken wäre wohl gescheiter gewesen.

Schlussrechung: addiert man die Belastungen für Finanzierung und Kredite zusammen, so kommt man auf einen monatlichen Betrag von 2.118 Euro – und das bei einem Einkommen von 4.100 Euro. Die erste Hälfte des Monats nur für die Bank gearbeitet – dort reibt man sich die Hände.
Rechnet man nun die Finanzierungskosten von heute bis zur Tilgung im Jahre 2039 bzw. 2041 zusammen, so hat Bernd W. einen finanziellen Aufwand von ca. 428.173,10 Euro.

Fall2: optimal gelöst

Anfang des Monats kam Bernd W. aufgrund der Empfehlung eines unserer Kunden auf uns zu uns bat darum, seine finanzielle Situation zu durchleuchten.
Nach drei Tagen konnten wir ihm die Möglichkeit bieten, mit einem geänderten Finanzierungsmodell die gesamten Darlehen 2031 komplett zu tilgen und seinen finanziellen Aufwand von 2015 bis 2031 bis zur Tilgung auf 310.411,14 Euro zu drücken.
Damit ergibt sich eine Ersparnis für Bernd W. in Höhe von 117.761,96 Euro – und seine Immobilie ist mit 69 voll und ganz bezahlt.
Last but not least: die monatliche Belastung haben wir auf 654 Euro reduziert.
Wenn das nichts ist.

Als Die-Budgetoptimierer freuen wir uns, dass wir wieder einem Kunden
helfen konnten, seine finanziellen Probleme schnell und nachhaltig in den Griff zu bekommen – und dabei noch viel Geld und Zeit zu sparen.

Sollten auch Sie sich, lieber Leser/liebe Leserin mit Finanzierungsproblemen aller möglichen Art herumschlagen oder sich von „netten“ Bankern über den Tisch gezogen fühlen, dann schicken Sie eine Mail an Krimi@die-dbo.de Wir lassen Sie nicht im Regen stehen.

Unser Wort darauf.

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